Rainer Völkel
Leiter der Deutschen Montessori Gesellschaft
Wiedbaden. Sept. 2011
10 nach 10.Montessori für Demenzkranke von Hella Klein
Hella Klein hat nach vielen Jahrzehnten als Montessori Pädagogin und Dozentin ein Buch geschrieben. Aber nicht über die Kinder, mit denen sie sich ein Leben lang beschäftigt hatte, sondern über Montessori mit Demenzkranken.
Anstöße dazu waren vor allem Erfahrungen mit ihrem demenzkranken Ehemann, die Irritationen, die sein Verhalten bei ihr hervorgerufen hatte, und die Einblicke, die sie im Zuge seiner Krankheit in die Situation der Pflegeheime erhielt.
Hella Klein blieb aber nicht bei dieser Betroffenheit stehen. Sie entschied sich nach dem Tod ihres Mannes aktiv zu werden, um anderen Demenzkranken zu helfen. Und sie verband damit das große Thema ihres Lebens, die Montessori Pädagogik.
Die angestellten Betreuungskräfte beobachteten sie zu Beginn ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit durchaus misstrauisch. Diese Skepsis wich aber schnell, als sie sahen, welche erstaunliche Ausdauer die Kranken bei ihren Beschäftigten zeigten, diese immer interessierter und auch selbstbewusster wurden. Auf die Fragen: Frau Klein wie machen sie das, was ist Montessori Pädagogik? gab sie die einzig richtige Antwort und bot ihnen einen speziellen Montessori Kurs mit Theorie - und Praxisteilen an. Den Abschluss bildete ein Kolloquium mit der Übergabe eines Zertifikats der Deutschen Montessori Gesellschaft.
Als ich bei der Übergabe der Zertifikate anwesend war, ergab sich für mich der erste intensivere Kontakt mit Kranken und Pflegekräften. Eindrucksvoll war auch der von ihr schön gestaltete Raum mit vielen, zum größten Teil selbst hergestellten Übungsmaterialien.
In ihrem nun erschienenen Buch wird deutlich, wie entscheidend und prägend für sie die Erfahrungen mit ihrem demenzkranken Partner gewesen sind. Es ist eben etwas völlig Verschiedenes, über die Symptome einer Demenz etwas in einem Buch zu lesen oder mit ihnen zusammen zu leben. Ihr Buch schließt da sicher eine Lücke, weil es bei diesen unmittelbaren Erfahrungen anknüpft und exemplarisch darauf aufbaut.
Gut nachvollziehbar und nicht zu umfangreich schildert sie die Stufen der Alzheimer Demenz und ihre Diagnostik im Alltag. Dabei wird auch erläutert, woher der Titel des Buches „ 10 nach 10“ stammt.
Die Montessori Philosophie wird im Ziel ihrer Arbeit ganz besonders deutlich: Soviel wie möglich Eigenständigkeit und Freude der Kranken am eigenen Tun zu erhalten oder wieder zu lernen.
Die charakteristischen Elemente der Montessori Pädagogik wie Vorbereitete Umgebung, Selbsttätigkeit, Beobachtung, Ästhetik und der würdevolle Umgang mit den Patienten werden eingeführt und ihre konkrete Umsetzung in dieser erst einmal ungewohnten Situation geschildert.
Beim ausführlich bebilderten und in klaren Abfolgen beschriebenen Material – und Praxisteil wird dann erkennbar, wie Vieles der Arbeit mit jungen Kindern ähnelt. Hier kommt die Analyse der Bewegung sehr plastisch zum Ausdruck. Alltagsgegenstände wie Wäscheklammern werden ebenso genutzt wie klassische Montessori Materialien, z.B. die Blöcke mit den Einsatzzylindern. Gedächtnis und Augenmaß werden geübt, Gesprächfähigkeit und Frustrationstoleranz verbessert. Zuhören, Mitsingen, selber mit der Veeh – Harfe musizieren, auf einander Rücksicht nehmen werden wichtig, kurz: die Eigenaktivität wächst durch die Freiheit der Wahl, der Lebensmut hebt sich durch erfolgreiche Erlebnisse.
Immer wieder betont sie die besondere Empfindlichkeit der Demenzkranken bei Misserfolgen und betont, jedes Angebot sollte auf irgendeine Weise positiv enden. Verrennt sich eine ihrer TeilnehmerInnen und beharrt starr auf einem Aspekt, dann empfiehlt sie, eine Ablenkung anzubieten.
Man hat fast den Eindruck, dass sich die Lebenskurve dieser meist älteren Menschen wieder ihrem Anfang zuneigt. Allerdings ist das Ziel nun nicht, den rasanten Fortschritten der jungen Kinder genug Nahrung zu geben, sondern besteht vielmehr darin, die Aktivitätskurve möglichst flach auslaufen zu lassen und die Lebensfreude durch Selbsttätigkeit so lange es geht zu erhalten.
Dies gelingt allerdings nicht immer. In einem ausführlichen Teil beschreibt sie den Verlauf einer ganzen Anzahl von Fallgeschichten. Die meisten enden mit dem Abschied und dem Tod der Patienten, der manchmal sehr plötzlich eintritt und immer persönlich empfunden wird.
Besonders eindruckvoll fand ich das kleine Kapitel: Feste mit Demenzkranken. Die besondere Fähigkeit von Hella Klein, sich in andere Menschen und ihre Situation einzufühlen und darauf die richtige pädagogische Antwort zu finden, kommt hier exemplarisch zum Tragen. Ihre praktischen Tipps, aus den Erfahrungen in Pflegeheimen geboren, machen es erfolgreich möglich, gemeinsam auch mit mehreren Demenzkranken kleine aber eindrucksvolle Feste zu feiern und damit auch in diesem wichtigen Punkt die Lebensqualität zu steigern.
Das Buch „ 10 nach 10“ – Montessori mit Demenzkranken steckt voller praktischer Anregungen, ist mit vielem Einfühlungsvermögen für die schwierige Situation der Demenzkranken geschrieben und ist damit ein Beispiel, wie universell anwendbar die Montessori Pädagogik und wie tragfähig die ihr zugrunde liegende humane Haltung ist.
Rainer Völkel
Leiter der Deutschen Montessori Gesellschaft
Wiedbaden.
Prof. Dr. H.-J. Schmutzler Sept. 2011
10 nach 10.Montessori für Demenzkranke von Hella Klein
Es mag überraschend sein die primär auf 3-12jährige Kinder ausgerichtete Montessori-Pädagogik nun im medizinisch-therapeutischen Bereich von Demenzkranken neu zu entdecken.
Hella Klein, Erzieherin und Montessori-Pädagogin, hat ihre Erfahrungen mit ihrem demenzkranken Ehemann und in einem Heim mit Demenzkranken gewonnen und Grundgedanken bzw. Prinzipien der Montessori-Pädagogik auf die Demenzkranken kreativ angewandt.
In diesem Buch stellt sie ihre Erfahrungen einer breiten Öffentlichkeit in ermutigender Weise zur Verfügung .Nach einer Einführung zu ihrer persönlichen Montessori-Pädagogik geht sie in knappen einprägsamen Beispielen auf die Grundlagen ihrer Arbeit bzw. das Demenzproblem ein.
Besonders wichtige und auch für Fachleute lehrreiche Kapitel betreffen das Zusammenleben und den Umgang mit Demenzkranken. Der Hauptteil des Buches betrifft die Praxis, vor allem die Frage wie muss ein Lebensraum für Demenzkranke gestaltet werden, was sind die vorrangigen Ziele für die Praxis und welche pädagogisch-humane Grundhaltung braucht man, um diesen Menschen respekt- und wirkungsvoll zu helfen- Montessori würde „dienen“ sagen.
Die praktischen lehrreichen Beispiele sind farbig bebildert und jeder kann nach voll ziehen wie man die Kompetenzen der Kranken individuell reaktiviert, stabilisiert und fördert.
Beispiele von nützlichen „Spiel- und Beschäftigungsmaterialien“ sind eine Hilfe bei der Auswahl, beim Einkauf und in der Praxis.
Einzelfallberichte, Hinweise zum Feste feiern und zur einfühlsamen Kooperation mit Angehörigen der Kranken schließen dieses lehrreiche wie nützliche Praxisbuch ab.
Der über 80igjährigen kreativen und praktisch aktiven Autorin ist zu wünschen, dass viele Pädagogen, Mitarbeiter in Seniorenheimen und Familien mit Demenzkranken dieses beeindruckende Werk lesen und sich zu einem humanen Umgang mit Demenzkranken anleiten und ermutigen lassen.
Prof. Dr. H.-J. Schmutzler. Montessori- und Heilpädagoge.
BÜCHER FANS März. 2011
Mond aus Glas von Christine Spindler Link zu Mond aus Glas
OÖN 18. Dez. 2010
Hans Orsolics als Boxer und Mensch PDF Download
Kurier 12. Sep. 2010

 31 - 33 / 2010
 Fragen Sie Dr. Bernhaut
WIEN – Jeder will sie, viele führen sie, wenige sind wirklich glücklich mit ihr. Die Rede ist von „Beziehung“. Und fragt man den Psychiater, Psychotherapeut und Ö3-Lebenscoach Dr. Alexander Bernhaut ... Link zur Medical Tribune
POLIZEI Juli - September 2010 Mitarbeitermagazin des Landespolizeikommandos Wien
Dr. Alexander Bernhaut, der „Ö3-Lebenscoach“ über die Arbeit der Polizei: Grundsätzlich ist es wichtig, sich mit dem anderen auseinanderzusetzen, aber oft hilft nur ein klares und authentisches Nein.
Der Artikel als
PDF
Bezierksjournal Krems Wo 23 2010
Bezierksjournal Krems Wo 23 2010
Rezension auf Amazon Von Mag A. Nowak
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch: und das Leben ist doch vollkommen!
Brissa Wudy erzählt in diesem Buch die Geschichte ihres Lebens - beginnend bei einem Unfall, der sie nach langem Aufenthalt im Krankenhaus und im Rehabilitationszentrum in den Rollstuhl befördert. Sie ist zu der Zeit Lehrerin im Waldviertel und alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern.
Während sie die Fakten und ihre Folgen berichtet, lässt sie die LeserInnen tief in ihre Gedanken und Gefühle blicken - einerseits durch ihre lebendige, tiefe, wortgewandte Sprache, andererseits durch eine Parallelgeschichte, in der sich schiffbrüchige Reisende auf einer fremden Insel orientieren, ihre Wunden pflegen und nach neuem Leben Ausschau halten.
Die bunten Bilder stehen in spannendem Kontrast zu den ernsten Inhalten. Die klare Sprache zeigt ohne Selbstmitleid schwierige Situationen, wie sie auf ihre kleine Familie wirken, wie immer wieder Hilfe kommt, und wo das Leben im Rollstuhl anders und doch gleich ist, und wie sie damit umgeht - faszinierend gelassen, mutig, dankbar. Ganz nebenbei erzählt sie, wie Menschen auf ihr neues Dasein im Rollstuhl reagieren, und was hilfreich ist und was weniger - da waren einige Überraschungen für mich dabei.
Von außen betrachtet könnte ich mir denken, dass jede einzelne der schwierigen Situationen Grund genug wäre, in Trauer und Leid zu versinken - davon ist jedoch nichts zu bemerken. Was sich durchs Buch zieht, ist eine schwungvolle Lebendigkeit, eine Lebenslust und Lebensfreude voll Optimismus und tiefer Einsicht in einer eleganten und fröhlichen Wendigkeit - ganz im Kontrast zu dem, was man mit dem Wort "Rollstuhlfahrerin" verbinden könnte!
Ein erfrischendes Buch, voll Energie, Lebensfreude und Mut, das Vertrauen schenkt in das gute Zusammenspiel naher und fremder Menschen, in gesellschaftliche Strukturen und in eine grundlegend positive Lebenshaltung.
NÖN Wo 20 2010 Krems
Ärztewoche 20. Mai 2010
Madonna, 12. Mai 2010 (online)
Salzburger Nachrichten, 2. April 2010 Fragen Sie Dr. Bernhaut

Madonna, 6. März 2010 Fragen Sie Dr. Bernhaut


Kurier, 27. Sept. 2009
Dr. Arlt: Einzelkind - Privileg oder Schicksal
 PDF
Niederösterreichische Nachrichten 2009 (KW34)
Rezension über "Wege vom Schatten ins Licht"
|